El Hierros Geschichte

el5Noch der kleinste Flecken Erde, so abgeschieden er auch sein mag, hat eine Geschichte, durch die er wurde, was er heute ist. Das ist auch bei El Hierro so. Sie beginnt wahrscheinlich im ersten Jahrtausend vor der Zeitenwende, als es die ersten Siedler auf die Insel verschlug.

Die vorspanische Zeit

Die Ureinwohner von El Hierro nannten sich Bimbaches. Wann und woher genau sie kamen, weiß man nicht genau. Wahrscheinlich trug die Strömung sie von Norden heran, wahrscheinlich aus Marokko. Sie lebten als Hirten, Handwerker, Feldbauern, Fischer. Es gibt zahlreiche Zeugnisse ihrer Kultur, so die an das Mesolithikum erinnernden Steinkreise, die Tagoror, in denen Rat gehalten wurde. Beeindruckend sind auch ihre Petroglyphen, Symbole und Figuren, die sie in Felsen und Lavazungen ritzten. Es war eine einfache, steinzeitliche Kultur, die durch die isolierte Insellage bis zum 15. Jahrhundert kaum Veränderungen erfuhr.

El Hierro unter spanischer Herrschaft

1405 kam der Normanne Jean de Béthencourt auf seinem Eroberungszug im Dienst Kastiliens nach El Hierro. Mit falschen Versprechungen lockte er König Armiche zum Felsenstrand der Bahia de Naos und nahm ihn mit dem ganzen Gefolge gefangen. Die nun schutzlose Bevölkerung wurde brutal unterworfen, christianisiert und vermischte sich rasch mit den Eroberern. Ein Jahrhundert später begann ein wirtschaftlicher Aufschwung, der sich dem Anbau von Wein und Zuckerrohr sowie der Cochenille-Produktion verdankte. Die einfache Bevölkerung profitierte davon aber nur wenig. Die Insel wurde immer wieder von Naturkatastrophen und Dürren heimgesucht, in deren Folge zahlreiche Einwohner auswanderten. Insgesamt überließ die Krone die Bevölkerung wohl eher sich selbst. So kamen die Insulaner erst im 19. Jahrhundert zu ihrem ersten Mediziner. Wie andere bei der Krone in Ungnade gefallene Politiker, Militärs und Intellektuelle war Dr. Leandro Pérez – sehr zur Freude der Einwohner – auf die abgelegene Insel verbannt worden.

Das 20. Jahrhundert

1912 erhielt jede Kanareninsel, auch El Hierro, das Recht, sich selbst zu verwalten. Es wurde ein Inselrat mit Sitz in der Hauptstadt Valverde gegründet. Ansonsten ging das Leben unverändert seinen Gang. Erst in der Zeit der zweiten Republik, also 1931-1936, wurde beschlossen, in die Infrastruktur zu investieren:

  • Hafenausbau
  • Trinkwasserversorgung
  • Straßenbau
  • Schulen.

Diese Zeit endete jedoch im Chaos des spanischen Bürgerkriegs. Vollmundige Versprechungen Francos verliefen im Sand, sodass die Pläne erst nach dem Tod des Diktators 1975 erneut Gestalt annahmen.

Mit den Beitritten Spaniens erst zur Nato, dann zur EG gab es dann einen weiteren Entwicklungsschub für die Insel, in die nun ausländische Investitionen und Subventionen flossen. Dennoch haben die Herreños ihre Eigenständigkeit nicht verkauft. So sperrten sie sich gegen eine zivile Raketenbasis der europäischen Weltraumbehörde ESA und blockierten die Pläne für eine Radarfrühwarnanlage zur Flugzeugabwehr auf dem Malpaso.